Autoreparaturlack Auto abgeklebt in Lackierkabine

Autoreparaturlack kann weit mehr als nur Kosmetik

Bei Autoreparaturlack geht es weniger um Racing-Streifen für aufgemotzte Boliden. Autoreparaturlack, auch Refinish-Lack genannt, wird zur Reparatur und Neulackierung von Teilen, der kompletten Karosserie genutzt, oder eben zum Umlackieren aus optischen Gründen. Farbtontreue hat bei Kunden hohe Priorität; zum Beispiel bei der Lackierung einer Fahrzeugflotte – egal ob Transport-, Nutzfahrzeug oder Premiumsegment – passend zum Branding der Firma. Autoreparaturlack wirdstetig weiterentwickelt, um aktuellen Standards zu entsprechen.

Der rund 2 Prozent des Gesamtinlandsverbrauchs von Lacken und Farben ausmachende Industriezweig behandelt mehrere Bereiche, die wir in diesem Artikel vorstellen. Zu Reparaturlacken gehören Lackausbesserungen, komplette Instandsetzung und die Sparte der Nutzfahrzeuge. Ferner erhalten Sie Einblick in die wichtigsten Zulieferer von Automotive-Refinish-Lacken weltweit und in der Schweiz.


Hier wird Autoreparaturlack gebraucht

Der Hauptunterschied zwischen OEM-Lacken, den Automobilserienlacken, und Reparaturlacken ist, dass erstere eingebrannt werden, während Reparaturlacke bei Umgebungstemperatur aushärten. Trotzdem müssen Reparaturlacke nicht weniger robust sein sowie farblich extrem nah an der Originalserienlackierung liegen. Autos ab Werk tragen rund 5 Schichten Lackierung und/oder Überzüge. Jede Schicht beeinflusst und ist abgestimmt auf Farbton, Finish, Brillanz und Robustheit gegen mechanische Einwirkung, wie Steinschlag.

Wird die Serienlackierung beschädigt, kommen folgende Reparaturlacke ins Spiel:

Lackausbesserung

Fahrzeuglacke zur Ausbesserung nach kleinen Unfällen mit Kratzern, Beulen, permanenter Verunreinigung und dergleichen. Die Lackausbesserung umfasst die Teile-Lackierung sowie, bei sehr kleinen Macken, das Abkleben und anschliessender sogenannter Spot-Reparatur (punktuelle Ausbesserung). Diese Arbeitsschritte sind im Einzelnen:

Reparaturlack abgeklebte Autotür

Bei der Reparaturlackierung ist für erstklassige Ergebnisse höchste Sorgfalt geboten.

  1. Festlegen des Lacktyps: Fahrzeuglacke sind immer häufiger wasserbasiert, statt lösungsmittelbasiert. Der Basislack enthält Pigment, legt den Farbton fest und ist heutzutage auf Wasserbasis. Der darauffolgende Klarlack ist meist ein lösungsmittelbasierter 2-Komponenten-Lack. Muss ein älteres Auto ausgebessert werden, steht die Ermittlung des verwendeten Lacksystems an erster Stelle. So kann gewährleistet werden, dass Originallack und Reparaturlack miteinander kompatibel sind.
  2. Abgleich des Farbtons: Die Skala der unterschiedlichen Farbtöne von Fahrzeuglacken ist immens. Würde der Farbton eines Autoteils nicht exakt getroffen, wird das sehr schnell sichtbar. Spezielles Werkzeug zur Messung von Farbton, Glanzgrad und mehr stellen die perfekte Angleichung an den Originallack sicher.
  3. Kopie des Originallacks: Wird nicht ein ganzes Paneel oder eine Komplettlackierung vorgenommen, sondern nur punktuell gearbeitet, ist es besonders relevant, dass nicht nur Farbton, sondern auch das Finish übereinstimmt. Dabei geht es um feinste Abstufungen der Textur zwischen „Orangenhaut“ und Glatt, welche sich mit dem OEM-Lack decken muss.

Komplette Instandsetzung

Komplettlackierungen machen rund 5 % des gesamten Marktes von Autoreparaturlacken aus. Die komplette Instandsetzung beziehungsweise das totale Refinish ist im Tuningmarkt ein wichtiger Geschäftsbereich. Sollten Sie ein komplettes Refinish Ihres Fahrzeugs wünschen, muss akribische vom professionellen Lackierer Arbeit verrichtet werden. Nicht selten werden hunderte Schritte für das einwandfreie Refinish benötigt. Die Kompetenz auf technischem Gebiet der ausführenden Lackierer sollte erstklassig sein.

  1. Vorbehandlung der Oberfläche: Zunächst wird der Originallack bis auf den Füller (den Grundlack), heruntergeschliffen, eventuelle Beschädigungen ausgebessert werden. Nun wird das Substrat entfettet und gründlichst entstaubt. Eventuelle nicht zu lackierende Flächen werden maskiert und so vor auftreffendem Lack geschützt.
  2. Sprühvorgang: Nun werden Unebenheiten mit Primer und Füller ausgeglichen und in mehreren Arbeitsgängen geschliffen, bis sich eine absolut ebenmässige Oberfläche ergibt. Erneut wird Staub und Schmutz akribisch entfernt und eine staubfreie Atmosphäre (in der Spritzkabine) geschaffen. Es folgte die Lackierung mit farbigem Basislack und Klarlack. Moderne 2-K-Urethan-Lacke ermöglichen heutzutage bereits eine professionelle Einschichtlackierung mit beiden Lacken in einem. Auf diese Weise werden Schutz und Farbintensität kombiniert.

Lackausbesserungen bei kleinen Kratzern in Eigenregie erledigen

Eine kleine Schramme ist schnell im Auto oder in der Felge. Kein Grund, sich direkt für eine professionelle Reparaturlackierung zu entscheiden. Für kleine Kratzer und Schrammen am Auto, kann bei behutsamem Vorgehen auch in der Garage daheim ausgebessert werden. Zu diesem Zweck sind gefärbte Polituren, Lackstifte in Originalfarbtönen der Hersteller und 2 Komponenten Spachtelmasse am Markt erhältlich.


Nutzfahrzeug-Lacke: Harmonie von Schutzfunktion und Markenkommunikation

Reparaturlack auf Traktor bei der Feldarbeit

Reparaturlack wie OEM-Lack für Nutzfahrzeuge muss Extrembedingungen aushalten können.

Nutzfahrzeuge, sogenannte ACE (Agriculture and Construction Equipment), Transportfahrzeuge und Flotten stellen besondere Ansprüche an die Fahrzeuglacke. Für Nutzfahrzeuge gilt ein besonderes Kriterium: Robustheit. Nutzfahrzeuge müssen kontinuierlichen Einsatz in unwegsamem Gelände unbeschadet und über viele Jahre überstehen. Kritische, wechselhafte Witterungsbedingungen und harsche Umgebung, kurzum: enorme Belastungen sind bei Nutzfahrzeugen mehr Regel als Ausnahme. Lkw sind ständig auf Achse, Bagger und Trecker mit wechselhaften Gegebenheiten von Feld, Wald und Wiese konfrontiert.

Den speziellen Flottenfarbton kann man kreieren lassen und damit eine wirksame und eindeutige Kommunikation der eigenen Firma/Marke erzeugen. Nutzfahrzeug-Reparaturlack muss ob der grossen Dimensionen des Fahrzeugs bei niedrigen Temperaturen aushärten, da es selten in Trocknungsräume passt, und dennoch sehr lange halten. In der Industrie sind Lacke auf Polyurethan- und Epoxidharzbasis weit verbreitet. Hier ist Korrosionsschutz, Langlebigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Farbbrillanz gegeben.


Global agierende Zulieferfirmen für Autoreparaturlack in der Schweiz

Autoreparaturlack von BASF – als grössten Chemie-Zulieferer der Automobilindustrie – wird unter anderem durch die Marken Glasurit und R-M verkörpert. Axalta gehören die Marken Cromax und Spies Hecker. AkzoNobel mit Sikkens und Dyna Coat, PPG und Sherwin Williams gehören global ebenfalls zu den wichtigsten Herstellern der Spezialchemikalien im Bereich Autoreparaturlack und Automotive Lack im Allgemeinen. Sie beliefern Distributoren, Händler und Autolackierereien.

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