Brandschutzbeschichtung für Stahl erhält Ästhetik moderner Tragwerke, wie hier in der rechtswissenschaftlichen Bibliothek der UZH

Stahlbauten im Brandfall schützen durch Brandschutzbeschichtung

Stahl und Glas sind als moderne Werkstoffe integrale Schweizer Architekturbestandteile. Insbesondere Stahlträger sind in Architektur und Ingenieurwesen der Schweiz nicht wegzudenken, müssen aber vor Brand beziehungsweise Schmelzen geschützt werden. Durch Brandschutzbeschichtung für Stahl bleibt die Ästhetik der Stahlkonstruktion erhalten. Brandschutzbeschichtung für Stahl verzögert das Erreichen der kritischen Temperatur von Stahl (Schmelztemperatur ca. 500 °C), und das kann Leben retten. Die Brandschutzbeschichtung für Stahl bietet:

  • wertvollen Zeitgewinn für Löscharbeiten
  • Verzögerung des Verlusts der Statik des Tragwerks
  • Brandschutz von Stahlbauteilen von 30 bis 60 Minuten (je nach Schichtdicke)
  • mehr Zeit zur Evakuierung von Mensch und Tier

Dieser Artikel informiert Sie über Brandschutzbeschichtung in der Schweiz für Stahl, tragende Stahlbauteile, wie Sie entsprechend der Vorschriften Brandschutz durch Beschichtung realisieren und welche zertifizierten Applikateure sowie Hersteller Ihnen in der Schweiz zur Seite stehen.

Brandschutzbeschichtung Stahlträger: Dämmschichtbildner vs. Flammschutz-Imprägnierung

Es gibt verschiedene Arten der Brandschutzbeschichtung für Stahl: intumeszierende Brandschutzbeschichtung und flammhemmende Imprägnierung. In der Schweiz gelten für Hersteller von Brandschutzbeschichtung und Applikateure dämmschichtbildender Brandschutzsysteme Vorschriften des VKF (Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen). Im Stahlhochbau sind dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtungen für Stahl vorgeschrieben. Auch muss die sogenannte Feuerwiderstandsklasse vorab festgelegt werden. Sie beschreibt die Dauer in Minuten, wie lange der Stahl seine Tragfähigkeit im Brandfall erhält. Je nach Schichtdicke der Beschichtung ergibt sich die Feuerwiderstandsklasse R 30 bis R 60 – 30 Minuten respektive 60 Minuten langer Schutz. Lesen Sie im Brandschutz-Artikel mehr über Schweizer Vorgaben.

Brandschutz-Spritzputz auf Stahlträger

Im Gegensatz zu Brandschutz-Spritzputz ist intumeszierende Brandschutzbeschichtung für Stahl unauffällig.

Dämmschichtbildende / intumeszierende Brandschutzbeschichtung

Dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtung für Stahl bietet Schutz durch isolierende Schaumsperre, welche sich bei Feuer und Hitzeeinwirkung bildet. Die zentimeterdicke Dämmschicht formt sich erst im Brandfall. Die Brandschutzbeschichtung ist vorher nur wenige Mikrometer beziehungsweise Millimeter dick. Die intumeszierende Brandschutzbeschichtung wird für tragende Stahlbauteile, Holz und Beton im Hochbau als effizienter Brandschutz eingesetzt. Die Dämmschicht schützt Stahl und verzögert das Erreichen seiner kritischen Temperatur. So wird Zeit für Löscharbeiten und zur Evakuierung geboten.

Brandhemmende Imprägnierung / flammhemmende Beschichtung

Im Gegensatz zur dämmschichtbildenden Brandschutzbeschichtung wird bei flammhemmender Imprägnierung bei Hitzeeinwirkung keine schützende Schaumschicht gebildet. Stattdessen enthält die Imprägnierung Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Im Brandfall entwickelt die Imprägnierung nicht-brennbare Gase, wodurch der Untergrund nicht brennt. Es bildet sich eine Kohleschicht, wodurch die Flammbildung letztlich gehemmt wird und Feuer erlischt. Brandschutzimprägnierung wird für gewöhnlich auf Textilien, Papier und saugfähigem Gewebe verwendet, um Baustoffklasse DIN 4102 B1 (schwer entflammbar) für den Werkstoff zu erlangen. Im Stahlhochbau ist brandhemmende Imprägnierung sehr unüblich.

Schichtdicke von Brandschutzbeschichtung für Stahl

Dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtung lässt sich in dünnschichtige und dickschichtige aufteilen. Dünnschicht-Beschichtungen sind entweder wasser- oder lösemittelbasierende 1-Komponenten-Systeme. 1-K-Brandschutzbeschichtung ist im Brandschutz für Gebäude üblich – es handelt sich um „klassische“ Systeme. Dickschicht-Brandschutzbeschichtung entstammen der maritimen Industrie und Offshore-Branche und wurden dahingehend modifiziert, um auf Stahl im Bauwesen angewendet werden zu können.

Erforderliche Mindesttrockenschichtdicken für die Brandschutzbeschichtung für Stahlbauten ergeben sich aus VKF-Brandschutzanwendung und den enthaltenen Prüfbestimmungen von:

  • ETA (Europäische Technische Zulassung)
  • DIBt (allgemeine bauaufsichtliche Zulassung )
  • DIN 4102 / EN 13 381 / SN EN 1993-1-2 / SIA Norm 263

Im Brandschutzregister sind unter anderem Werte für die erforderliche Trockenschichtdicke festgelegt, welche sich aus dem U/A-Wert (Profilfaktor) sowie erforderlichen Feuerwiderstand R ergeben.

Dünnschicht-Beschichtung / 1-Komponenten-Brandschutzbeschichtung für Stahl

Brandschutzsysteme bestehen klassischerweise aus den drei Bausteinen Grundierung, Brandschutzbeschichtung und Deckbeschichtung. Bei gestrahltem Stahl als Werkstoff ist eine Grundbeschichtung nicht zwingend erforderlich. Jedoch wird diese je nach Korrosivitätskategorie unabdingbar. Auch die Deckbeschichtung ist in manchen Fällen optional, jedoch sehr zu empfehlen; nicht nur, wenn Aspekte wie Optik, Farbtonstabilität oder chemische Beständigkeit eine grosse Rolle spielen. In der Regel sind 1-K-Systeme sogenannte Baustellenbeschichtungen.
Expansionsrate intumeszierende Dünnschicht Beschichtung: ca. 1:50.

Dickschicht-Beschichtung / 2-Komponenten-Brandschutzbeschichtung für Stahl

Dickschicht Brandschutzbeschichtung kann in hoher Schichtdicke angebracht werden und besteht aus lösemittelfreien Systemen auf Basis von Epoxidharz mit 100 % Festkörperanteil. In einem Arbeitsgang kann eine relativ hohe Schichtdicke erreicht werden, und das kann dank der hohen Oberflächenhärte bereits in der Werkstatt statt auf der Baustelle geschehen (Werkstattbeschichtung). Dies kann sich bei schwer erreichbaren Installationen sowie Konstruktionen in extremen Bedingungen auszahlen.
Expansionsrate intumeszierende Dickschicht Beschichtung: 1:5.

Brandschutzbeschichtung für Stahl: Hersteller in der Schweiz

Alle in der Schweiz zugelassenen reaktiven Brandschutzbeschichtungen für Stahl sind auf der Seite des VKF aufgeführt. Sind Sie Planer, Architekt oder Bauherr? Dann können Sie sich dort einen Überblick verschaffen.

Schweizerische Marken sowie Schweizer Vertretungen internationaler auf Stahl ausgelegter Brandschutzbeschichtungshersteller, wie International, Sika, Hensel, bieten intumeszierenden Brandschutz für jedes Bauprojekt. Die folgende Tabelle zeigt einige Produktbeispiele verschiedener dämmschichtbildenden Brandschutzbeschichtungen für Stahl auf dem schweizerischen Markt auf. Verschaffen Sie sich einen Überblick und konsultieren Sie uns bei konkreten Anfragen zu Brandschutzbeschichtung für Stahl, indem Sie den untenstehenden Button klicken. Wir freuen uns auf Sie!

STAHLBRANDSCHUTZ BESCHICHTUNGBASISVERARBEITUNGFEUERWIDERSTANDS-KLASSE
International Interchar 1160wasserbasiert, 1-K AcrylharzBaustellenbeschichtung für InnenbereichR 60
Hensel Hensotherm 910 KSlösemittelfrei, 2-K EpoxidharzWerkstattbeschichtung für Innen- und AussenbereichR 60
Sika Unitherm Platinumlösemittelfrei, 2-K EpoxidharzWerkstattbeschichtung für Innen- uns AussenbereichR 60

Angaben ohne Gewähr. Die Anwendung der Beschichtungen ist nur mit Genehmigung der Brandschutzbehörde erlaubt.


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